Politischer Extremismus ist keine Richtung, sondern eine Struktur
Dies ist eine der zentralen Aussagen des Bundesjugendforums 2006 zum Thema politischer Extremismus. Eine Gruppe von 13 Personen ging in drei Workshops den Fragen „was ist politischer Extremismus“ und „wie beziehen wir Position gegen politischen Extremismus“ nach.
Im ersten Workshop beschäftigten wir uns mit der Fragestellung, welche Formen politischer Extremismus hat und wo wir ihm begegen. Hierbei stellte sich heraus, dass politischer Extremismus keine Richtung ist, sonder eine Struktur, die mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt werden kann egal ob mit linken oder rechten. Ausschlaggebend ist die anti-demokratische Grundhaltung. Da extremistische Haltungen uns im Alltag überall begegnen können, gilt es, individuelle Handlungsstrategien einzuüben, um Stammtischparolen etc. entgegentreten zu können statt hilflos zuzusehen.
Die Sensibilisierung gegenüber unterschiedlichen Kulturen und eigenen Denkschemen war das Thema des zweiten Workshops. Wir erlebten, dass aufgrund gesellschaftlicher und kultureller Unterschiede (Herkunft, Religion, Bildung etc.) nicht jeder Mensch die gleichen Ausgangsvoraussetzungen für sein Leben hat. Es hat uns beeindruckt und zum Nachdenken angeregt, inwieweit auch wir betroffen sind.
Basierend auf den Erkenntnissen und Ergebnissen der ersten beiden Workshops galt es im Anschluss, den Verband zu betrachten, um Möglichkeiten zu entwickeln, wie wir uns als DLRG-Jugend gegen politischen Extremismus positionieren können.
Folgende Möglichkeiten der Positionierung wurden innerhalb des dritten Workshops entwickelt:
- Interkulturelle Öffnung des Verbandes
- Anpassung/Änderung des Leitbildes der DLRG-Jugend
- Sprachgebrauch innerhalb der DLRG und DLRG-Jugend überprüfen
- Geschichtsverständnis der DLRG und DLRG-Jugend aufarbeiten
- Thema „interkulturelle Kompetenz“ in die Aus- und Weiterbildung mit aufnehmen
- Implementierung eines Kodex/ einer Selbstverpflichtung
In diesem Zusammenhang stellten wir fest, dass die DLRG-Jugend aufgrund ihrer demokratischen Grundstruktur und ihres Aufbaus per se für Linksextremisten uninteressant ist.
Grundsätzlich wird es aber nicht ausreichen, dass sich nur der Verband politisch positioniert. Auch die Mitglieder müssen sich mit der Position identifizieren und eigene Denk- und Handlungsmuster selbstkritisch hinterfragen.
Innerhalb der Projektgruppe Position werden die Ideen der WorkshopteilnehmerInnen zur Positionierung des Verbandes aufgearbeitet und an den Bundesjugendvorstand weitergegeben.

