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„Get in contact – stay in contact“ - Delegationsreise nach England

Ziel und Ergebnis der Delegationsreise nach England von 24.07.-31.07.2009

Die Abfahrt

Die Teilnehmer der Delegationsreise

„Moin moin!“, „Grützi!“, „Servus“, „...“ nicht erst in England stoßen fremde Sprachen und Kulturen zusammen, sondern schon am Hannoverischen Hauptbahnhof, nämlich während Holger Baldauf, Harald Schubert, Marco Tanner, Thomas Hain, Marion Kleiner, Simon Nichterlein, Thomas Joachim, Katja Brandt und Kathrin „Joe“ Ripcke aufeinandertreffen. Als erste Teamaufgabe meistern wir es, uns unser Gefährt für die nächsten sieben Tage zu organisieren und den Weg nach Bad Nenndorf ins Bildungszentrum zu finden. Dort gibt es die letzten Informationen, offizielle Worte von Anne Staufenbiel, Bildungsreferentin im Bundesjugendsekretariat und Joe, stellvertretende Bundesvorsitzende sowie selbstgewähltes (Bio-)Reiseproviant. Nach dem offiziellen Start geht es über die Autobahn Richtung Hoek-van-Holland, zum Fähranleger. Auf der Überfahrt nach Harwich, England, erleben wir durch den Wellengang gratis und nüchtern eine Alkoholsimulation bei einer Schwankstärke, die ca. 2,4 Promille entsprechen.

Die Ankunft in England

In aller Frühe ist es soweit, wir betreten „die Insel“, bzw. befahren sie – auf der LINKEN Seite der Straße! Ein Gefühl, wie ein Leben auf der ständigen Überholspur und immer gegen den Strom (gefühlt im Kreisverkehr). Kreuzungen gibt es dort so viele, wie es hier keine Straßenschilder gibt. In Chelmsford nehmen wir unser erstes englisches Frühstück in einem waschechten italienischen Cafe ein. Ein sehr gemütliches Völkchen die Briten, morgens 9:30 Uhr und noch kaum ein Laden offen. Unser nächster Stopp sollte das Weltkulturerbe „Stonehenge“ (altengl: „hängende Steine“) sein, denn wir wollen die Briten von ihren Wurzeln her kennenlernen. Was wir dabei leider nicht berücksichtigt hatten, war der englische Verkehr: Der Londonbelt, in ganz England auch als der größte Parkplatz der Insel bekannt. So brauchen wir für wenige Meilen viele Stunden, aber die „Magie“ von Stonehenge entschädigt alles.

Stonehenge: Theorien-Check

Die Steinkreis-Anlage Stonehenge liegt im mittleren Süden Englands, in der Grafschaft Wiltshire nahe der Stadt Salisbury. Sie ist aufgrund ihrer monumentalen Ausmaße und der unvorstellbaren Leistung der Erbauer/innen (Aufstellung und der Transport der 5-6 to schwere Steine über 300 km und der ca. 50 to über 30 km) in der ganzen Welt bekannt. Der Bau von Stonehenge teilte sich in drei Phasen. Begonnen wurde vor über 5000 Jahren und beendet ca. 2000 v. Chr.. Um die geheimnisvolle Kultstätte ranken sich viele Sagen und Legenden. Lange wurde das gigantische Bauwerk den Druiden zugeschrieben. Dies wurde jedoch eindeutig von der Wissenschaft widerlegt. Oft wird Stonehenge auch mit der Artussage in Verbindung gebracht. In der der Magier Merlin die Steine hergezaubert haben soll. Erwiesen ist, dass dort Menschopferzeremonien abgehalten wurden. Stonehenge könnte auch als Kalender genutzt worden sein, da man durch die spezielle Anordnung der Steine die Sommer- und Wintersonnenwende, das Frühlings- und Herbstäquinoktium (Tagundnachtgleiche) sowie Sonnen- und Mondfinsternis voraussagen konnte - wichtige jahreszeitliche Wendepunkte. (Vgl. de.wikipedia.org/wiki/Stonehenge, www.mastertools.info/stonehenge/stonehenge.htm und www.england-seiten.de/Specials/Stonehenge/)

Besuch von Stonehenge und die Weiterfahrt

Uns gefällt die Theorie (siehe die Teaser-Box "Stonehedge" rechts) am Besten, die besagt, dass die Steine symbolisch für ein Bündnis zwischen zwei Kulturen aus unterschiedlichen Landschaften und folglich mit unterschiedlichen Hintergründen stehen, denn das passt zu unserem „Auftrag“ und ist ein klasse symbolisch, mystischer Start für unsere Reise. Vielleicht bekommen wir die ca. 30.000.000 h aufgewendete Arbeit für Stonehenge ja in ähnlich viele „Austauschstunden“ hin :-)

Nach so vielen kulturhistorischen Eindrücken verbringen wir unsere erste Nacht im „Hatters Hostel“ in Birmingham. Natürlich haben wir nach der legendären „Fish und Chips“-Mahlzeit kräftig Durst und beschließen einen kleinen Abstecher in den Pub um die Ecke zu wagen.

Besuch beim North Worcester Life Guard Club

Heute am Sonntag ist es soweit, wir treffen zum ersten Mal auf unsere Kollegen und Kolleginnen der Royal LifeSaving Society vom North Worcester Life Guard Club und bekommen zugleich live Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit. Der Tag der offenen Tür ermöglicht uns, aktiv am Training und einigen kleinen Wettkämpfen zu Land und Wasser teilzunehmen. Im Swan Pool wird geschwommen und auf dem Bord sowie dem Ski (langes, sehr schmales und vor allem wackliges Boot) gepaddelt. Durch unser corporate-designtes Auftreten (DLRG-Jugend-Caps) wurden wir schnell von weiteren benachbarten Ortsgruppen angesprochen und bekommen erste Infos über Strukturen und Kooperationen der Organisation(en). Unter ihnen ist auch David Fielding von der Royal National Lifeboat Institution (RNLI http://www.rnli.org.uk), der sehr aufgeschlossen und an weiterem Kontakt bzw. Austausch interessiert ist. Von ihm bekommen wir auch die Einladung an sehr spontane Rettungsleute zur Teilnahme an einem Trainingscamp in Spanien.

Dieser Kontakt und der zu John Arnold mit seiner Crew erweisen sich aus unserer Sicht als sehr gewinnbringend und wir zeichnen sie als kompetente Austauschpartner aus. :-) Auch die Gestaltung des „Tags der offenen Tür“ nehmen wir als gewinnbringende Idee und Anregung für unsere Arbeit daheim mit.

Der wahre Star allerdings ist Holger, weil es sich nicht nehmen läßt, den interkulturellen Austausch durch seine Teilnahme am „ 2nd Stillwater Iron Man“ zu bereichern und guter Dritter wird. Der Muskelkater lässt einige von uns noch Tage später an diesen Tag zurückdenken.

Durchgefroren dank des klassisch englischen Wetters kehren wir abends in unser Hostel zurück. Anstandsgemäß werden wir Mädels von den Jungs bekocht: es gab Knoblauch mit Nudeln und Tomatensoße. :-)

Weiterfahrt über Stratford-upon-Avon nach Warwick

Besuch beim Royal Life Saving Society Club von Warwick

Unsere nächste Zwischenstation ist Stratford-upon-Avon, die Geburtsstadt Shakespeares. Auf seinen Spuren kommen wir unter anderem an seinem Geburtshaus, dem Rathaus und der „Trinity Church“ (die Dreifaltigkeitskirche, in der Willi begraben liegen soll) vorbei.

Anschließend machen wir uns auf nach Warwick ins „Lord Leycester Hotel“, um dort am Abend Vivien Reeves zu treffen. Vivien ist die Vorsitzende des Royal Life Saving Society Clubs von Warwick und zugleich Vorsitzende der übergeordneten Gliederung der Grafschaft Warwickshire. Sie beherrscht die Königsdisziplin der Engländer (sich für alles oft und ausgiebig zu entschuldigen) perfekt, so dass sie uns noch mal versicherte, wie leid es ihr täte, dass sie keine weiteren Leute für unser Treffen organisieren könne. Ihr Club habe gerade leider Sommerpause. Bei einem interessanten Abend erfahren wir weitere Einzelheiten über die RLSS und den Local Club Warwick. Neben ihrem „alltäglichen“ Engagement ist Vivien auch für die Kampagne „Save a Baby's Life“ („Rette einem Baby das Leben“) verantwortlich. Diese wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, Eltern und Erwachsenen das richtige Verhalten im Notfall und einfache Grundrettungsmaßnahmen zu vermitteln. Abschließend tauschen wir „we stay in contact“-Versprechen aus und verabschieden uns, nachdem wir uns gegenseitig mit zahlreichen Geschenken versorgten, voneinander. Doch beim bloßen Austausch von Informationen bzw. Geschenken soll es, wenn es nach Vivien und uns geht, nicht bleiben.

Im Headquarter der Royal Life Saving Society

Am nächsten Morgen führt uns unser Weg zum Riverhouse in Broom – das Headquarter der Royal Life Saving Society. Di Standley (Bundesgeschäftsführerin) stellt uns persönlich die Geschichte und groben Strukturen der RLSS vor. Auch die Beziehung zum „R“, also zur königlichen Familie veranschaulicht sie uns sehr gut. 2011 feiert die RLSS mit ihren ca. 11.000 Mitlgiedern (in 13 Regionen bzw. 50 Gliederungen (branches) aufgeteilt) ihren 120. Geburtstag. In der Theorie hat jede Gliederung eine/n Jugendsprecher/in – wie das in der Praxis ausschaut, werden wir später noch erfahren.

Weiterführende Informationen über die RLSS unter: www.lifesavers.org.uk

Weiterhin bekommen wir von Francene Leacersuch Einblicke in die Commonwealth-"Vereinigung", dort haben sich 53 Nationen zusammengeschlossen (ehemalige Kolonien der Engländer).

Nach ein paar englischen Köstlichkeiten und natürlich „Kaffee“ und Tee haben wir am eigenen Leib erlebt, wie verknotet und verdüttelt doch alles manchmal sein kann, aber auch, dass man gemeinsam mit guter Kommunikation selbst den härtesten Knoten wieder auf bekommt. Diese Teambuilding-Aufgaben waren praktisch die Einleitung zu Mike Dunns Präsentation, in der er uns das neue innovative Rookie-Programm vorstellte - also wie die Wassersicherheits- und Rettungsausbildung der Teenager funktioniert.

Informationen über das Rookie-Programm unter: www.lifesavers.org.uk/Rookie

Mike gehört wie Anna Walters (National Club und Volunteer Manager und damit unsere eigentliche leider kurzfristig verhinderte Ansprechpartnerin) zum Development Department und arbeitet dort als Programm Manager Lifesaving zusammen mit Ceri Kingston (Rookie Co-ordinator).

Wir unsererseits informieren Mike, Ceri, Francene und weitere Mitarbeiter/innen, die spontan als Gasthörer zu unserer Präsentation hinzukamen, über die Struktur und den Aufbau der DLRG-Jugend und erläuterten unser Verständnis von Jugendarbeit wie sie allgemein in Deutschland gesehen wird. Sehr angetan sind unsere Kolleg/innen von der integrierten, aber selbstständigen Stellung der DLRG-Jugend zum Stammverband und der selbstsbestimmten Jugendarbeit in der Bundesrepublik.

Von so viel königlichem Flair angesteckt, können wir uns einen Besuch im „Warwick Castle“ nicht nehmen lassen. Dadurch, dass die Figuren des historischen Wachsfigurenkabinetts ihren Vorbildern täuschend ähnlich sehen, hat man das Gefühl, wirklich dem Lord die Hand zu schütteln oder wahrhaftig vor der Queen zu knien. Die Liveaufführung des riesigen Feuersteinkatapults ist bombastisch und somit bezeichnend für diesen Tag.

Nächste Station: Fleetwood

Besuch in Fleetwood

„Auf zum Meer“ heißt es am späten Vormittag zu unseren nächsten Station, nach Fleetwood an die Westküste Englands.

Dort treffen wir mit Syd (Vorsitzender) und Sue Holt zusammen. Das Begrüßungskomitee besteht aus allen wichtigen Leuten (Vorsitzende, Trainer, sowie einer kleinen Gruppe Jugendlicher). Während einer Tasse Tee ("Kaffee" gibt es fast die ganze Woche nur löslich) sprechen wir in lockerer Atmosphäre über unsere Organisationen.

Um die perfekte Abwechslung zwischen Theorie und Praxis zu wahren, erhalten wir einen Einblick in eine neue Trendsportart, die noch keiner von uns kannte: "Stand Up Paddle Board Surf" (der Name sagt alles). Nach der Theorie (visuelle Einführung per DVD) kommt die Praxis und uns wird die Ehre zuteil, diese Sportart gleich zu testen. Also rein in den „Neo“ und raus aufs Meer! Nach anfänglichen Startschwierigkeiten was das Gleichgewicht auf dem Brett angeht, bringt es unglaublich viel Spaß und niemand von uns will wirklich wieder aus dem Wasser, denn durch den Neopren-Anzug kommt uns die Badetemperatur fast vor wie in der Karibik!

Den Abend selbst verbringen wir mit unseren neuen Freunden und Robert Nixon, der die Jugend aus Fleetwood repräsentiert, zu weiteren Gesprächen.

Diese Leute, der Ort, die Gegebenheiten und das Programm schreien förmlich nach einem Austausch und wird von uns einstimmig zur geeignetsten Ortsgruppe erkoren (auch wenn diese Gegend mit über 50% Arbeitslosigkeit zur ärmsten Region gehört).

Rückweg und Kontakt

Leider ist nun schon der letzte Tag unseres Englandbesuches angebrochen und so müssen wir die Rückreise Richtung Harwich antreten. Am Nachmittag stoppen wir in der Universitätsstadt Cambridge (31 Universitäten) mit Sightseeing, Abendessen und dem typisch britischen Wetter: Sonnenschein, 10 Minuten später Regenschauer, weitere 10 Minuten später wieder strahlender Sonnenschein! Kurz vor der Fähre dann der Schock der Woche: Wo ist nur das Fährticket geblieben?? Gefunden haben wir es bis heute nicht, aber Dank Reservierung ging es auch ohne.
Entspannt treten wir also an Deck und feiern uns, die Reise und vor allem unseren Teamkollegen Marco, der heute Geburtstag hat. Und „schwupp“ sind wir wieder in Bad Nenndorf zu unserem reflektiven Abschlussgespräch und Schnittchen essen. Wir sind uns alle einig, diese Reise war super und sehr lohnenswert!

Mit diesem Tag geht eine wunderschöne, erlebnisreiche Woche zu Ende, in der jede/r von uns eine Menge Spaß und mindestens acht neue Freunde gewonnen hat. Wir alle freuen uns sehr, wenn aus dieser Delegationsreise der Grundstein für eine enge Zusammenarbeit mit der Royal Life Saving Society entsteht.

Joe Ripcke, stellv. Bundesvorsitzende, und Anne Staufenbiel, Bildungsreferentin im Bundesjugendsekretariat (Fon: 05723/955-330), stehen gerne für weitere Informationen zur Verfügung und vermitteln auch Austauschpartner/innen in Großbritannien.''

 
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zuletzt geändert am 29.12.2009 um 13:05 Uhr
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