25.09.2018 Dienstag Safe Sports – Sichere Orte

Sexualisierte Gewalt im Sport

„Wir müssen uns vor Augen führen, dass gerade im Sport oft sehr nahe, familienähnliche Beziehungen herrschen“, sagt Bettina Rulofs, Ansprechpartnerin für das Forschungsprojekt Safe Sports, gegenüber der Süddeutschen Zeitung.[1] Diese Nähe ist der Grund für viele Jugendliche sich im Sport zu engagieren, doch gleichzeitig birgt sie auch eine große Gefahr. Denn im Jugendsport kommen viele Risikofaktoren für sexualisierte Gewalt zusammen: Die bereits beschriebene Nähe, eine langfristige Teilnahme und enge Zusammenarbeit, hoher Leistungs- und Gruppendruck, sowie die Abhängigkeit der Jugendsportler/innen von ihren Trainer/innen. Das klingt wie eine Versuchsanordnung für die Entstehung sexualisierter Gewalt und tatsächlich kommt es immer wieder zu Skandalen, aktuell z.B. um den Lehrer einer privaten Schwimmschule und dem Trainer eines Turnvereins. Trotzdem halten 50% der Vereine das Thema für kaum relevant. Im Forschungsprojekt „Safe Sports“ gaben nur 2% der 13.000 befragten Sportvereine an, Probleme mit sexualisierter Gewalt zu haben, doch es wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Diese Fakten zeigen wie wichtig „Safe Sports“, ein gemeinsames Forschungsprojekt des Instituts für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (Verbundkoordination des Projektes) und der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm ist. Daher unterstützen wir als DLRG-Jugend das Forschungsprojekt und ähnliche Initiativen ausdrücklich und haben gerne unseren Erfahrungen aus der verbandsinternen Präventionsarbeit und unseren Überblick über die sensiblen Bereiche der Verbandsarbeit mit eingebracht. Für die DLRG-Jugend hat das Thema Prävention sexualisierter Gewalt seit langer Zeit eine große Bedeutung, denn viele der Aktivitäten der DLRG-(Jugend) finden im Schwimmbad und damit auch zum Teil in sensiblen Bereichen wie Gruppenumkleidekabinen statt. Daher arbeitet die DLRG-Jugend kontinuierlich an einer Sensibilisierung und Qualifizierung ihrer Mitglieder vor Ort und auf Bezirks- und Landesverbandebene. Die strukturelle Auseinandersetzung im Austausch mit den Ansprechpersonen und Verantwortlichen der Landesverbände mündete im Jahr 2016 im Beschluss eines bundesweiten Schutzkonzeptes zur Prävention sexualisierter Gewalt durch den Bundesjugendtag als höchstes Gremium der DLRG-Jugend.

Denn nur, wenn wir gemeinsam sexualisierte Gewalt thematisieren statt zu verschweigen, können wir unseren Kinder- und Jugendverband und die DLRG zu einem sicheren Ort für Kinder, Jugendliche und all unsere Mitglieder machen.

Tipps zum Weiterlesen:

https://www.sueddeutsche.de/panorama/sexuelle-uebergriffe-im-jugendsport-bist-du-alleine-mit-dem-trainer-1.4136979

https://www.dsj.de/handlungsfelder/praevention/kinderschutz/forschungsprojekt-safe-sport

https://www.dlrg-jugend.de/arbeitsfelder/praevention-sexualisierter-gewalt.html

 

[1] https://www.sueddeutsche.de/panorama/sexuelle-uebergriffe-im-jugendsport-bist-du-alleine-mit-dem-trainer-1.4136979

 

Kategorie(n)
Pressemitteilung

Von: Anne-Kathrin Pöhler

E-Mail an Anne-Kathrin Pöhler:


Eine Kopie der Nachricht an die eigene Adresse senden
captcha
Einfach die Zahlen-/Buchstabenkombination abtippen!
Wichtig: Gross- und Kleinschreibung beachten!
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen

* Pflichtfelder dürfen nicht leer gelassen werden